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Wie praktisch wäre es, wenn zusätzlich weitere Personen über ein Terminal am gleichen Rechner arbeiten könnten - unter ihrer gewohnten Umgebung natürlich.

So einfach das klingt, so schwierig ist wahrscheinlich die Umsetzung. Nein ! Durch die Installation eines Ubuntu Paketes übernimmt das System alle erforderlichen Einstellungen.

Am Ende muss nur noch der Terminal Client gebootet werden ...

Das Linux Terminal Server Projekt LTSP.org bietet hierfür die perfekte Lösung an.

Damit lassen sich alle Arten von Terminal Server Clients realisieren: Surfstationen, Diskless-Clients, Schulungs-PCs etc.

Der Unterschied eines Clients, der an einen Terminal-Server angeschlossen ist zu einem "normalen" Client ist, dass im ersten Fall alle (Client) Programme auf dem Server laufen ! Nur der Bildschirminhalt wird zum Client übertragen.

Selbstverständlich kann man auf dem Client arbeiten, wie sonst auch: Audio-Dateien werden auf dem Client ausgegeben - wobei das Audio-Programm auf dem Server läuft, man arbeitet auf seinem gewohnten Home-Verzeichnis etc.
Wenn z.B. Videos ruckeln, kann das am Server oder am Client liegen.

Besonders interessant ist der Einsatz von LTSP, wenn man ältere Notebook als stromsparende Clients ohne Festplatte betreibt.

Server

Unter Ubuntu Linux muss das Paket ltsp-server-standalone installiert (sudo apt-get install ltsp-server-standalone openssh-server) und anschliessend der Terminal Server Client erzeugt werden (sudo ltsp-build-client).

Anschliessend sind im Verzeichnis /opt/ltsp die erzeugten Binaries zu finden, die der Terminal Client dann booten wird.
Das Client-Build Skript erzeugt Binaries mit der schlanken Xubuntu Oberfläche, auf Wunsch können auch Gnome- oder KDE-Binaries erzeugt werden.

Allgemein gilt: je mehr Terminals angeschlossen werden, desto mehr Speicher wird gebraucht. Ich betreibe den Server mit 1GByte Hauptspeicher und einem günstigen Intel Mainboard D201GLY2 (s. Artikel dazu) mit Celeron 210 Prozessor. Ein Client kann parallel dazu problemlos arbeiten.

Die Ubuntu Community hat die Installation und Konfiguration von LTSP gut dokumentiert: https://help.ubuntu.com/community/UbuntuLTSP.

DHCP

Das im Netz eingesetzte DHCP sollte PXE unterstützen. So gibt es teilweise auch DSL-Router, die PXE-fähig sind.
Falls nicht, muss - evtl. parallel zu einem auf dem DSL-Router betriebenen DHCP - auf dem Server noch DHCP installiert werden. Dieser ist im ltsp-server-standalone Paket mit enthalten und muss noch konfiguriert werden.

Dazu kann die Datei /etc/ltsp/dhcpd.conf in /etc/dhcp3/ kopiert werden. Evtl. müssen noch die darin enthaltenen IP-Adressen angepasst werden.

Bei mir läuft der DHCP des DSL-Routers parallel zu dem DHCP auf dem Server, bis dato konnte ich keine Probleme feststellen, wobei der DHCP des DSL-Routers IP-Adressen aus einem anderen Bereich vergibt wie der DHCP des Servers.

Client Voraussetzung

Der Client muss nur eine PXE-fähige Netzwerkkarte haben. Im BIOS muss eingestellt werden, dass der Client zuerst über das LAN-Interface booten soll.

Der Server kann sogar verschiedene LTSP Clients unterscheiden und ihnen unterschiedliche Boot-Images zuweisen.

Sollte der Client nicht PXE-fähig sein, dann gibt es andere Möglichkeiten, um auch ältere Hardware für LTSP einzusetzen (https://help.ubuntu.com/community/UbuntuLTSP/LTSPBootingClientsWithoutPxe).

Monitoring 

Zur komfortablen Überwachung kann noch das Paket thin-client-manager-gnome auf dem Server installiert werden, dort kann man alle angemeldeten Terminal Server Clients mit den aktiven Prozessen sehen. Wenn das Paket vncviewer in den Client Binaries installiert wurde, kann man auch den Bildschirminhalt sehen !

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