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Musik

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Komponisten Gustav Mahler 1860-1911 Favourite Jazz Records Musikkritik Bobby McFerrin / Chick Corea New Trio Aufnahmen von McFerrin / Corea Listen to the music (private area)

Komponisten

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Musikkritik

meine ersten Versuche als "Musikkritiker" ...

  • Bobby McFerrin / Chick Corea New Trio
  • "Kreative Gespräche - Musikalischer Hochgenuss"
    20.7.2001 Philharmonie München

    Was liegt näher, als meine - in losen Folgen erscheinenden - "Kritiken" (wobei ich dieses Wort eher im positiven Sinne verstanden haben möchte) mit einem aussergewöhnlichen Konzert beginnen zu lassen:

    Was einen an sehr guten Konzerten freut ist, wenn man die pure, ursprüngliche Musik spüren kann. Voraussetzung dafür ist, dass die Musiker einen "guten Draht" zueinander haben, im Falle McFerrin Corea, offensichtlich freundschaftlich verbunden sind.

    McFerrin sass mit dem Rücken an Coreas Seite und die beiden hatten auf musikalisch höchstem Niveau viel Spass miteinander. Es wurde nicht intellektuell abgeklärt auf hohem technisch-musikalischen Niveau aneinander vorbei gespielt, nein, die beiden haben sich intensiv "unterhalten" und hatten noch den grössten Spass dabei (ebenso das Publikum !). Wobei einige Zuhörer, denen wohl die intellektuelle Komponente in diesem Konzert zu kurz kam, anderer Meinung waren und früher nach Hause gingen.

    Es wurde - wie bereits angedeutet - dem CD-verwöhnten Zuhörer nochmal das wirklich Wichtige in der Musik "vor Ohren" geführt: unkonventionelles ideenreiches, kreatives Spiel, intensiv und humorvoll zugleich. Manchmal wussten beide nicht genau, wohin die Reise geht, aber genau das war das Faszinierende für den Zuhörer: hier entsteht etwas und man ist quasi "live dabei", es wird nichts weitgehend Vorgefertigtes einfach nur "abgespielt".

    Interessant war der Teil, in dem McFerrin durch seine phänomenale Gesangstechnik zum Bassisten wurden und den hervorragend spielenden Avishai Cohen kurz ablöste. Darauf folgte ein Schlagzeugsolo (von dem sehr fein und anpassungsfähig spielenden Jefferson W. Ballard), in welchem man gut die Melodie erkennen konnte, von allen anderen durch Perkussionsinstrumente unterstützt. Wobei im Laufe dieses Teils die perkussiven Akzente auf ein absolutes Minimum reduziert wurden, Schläge, die genau gepasst hätten, nur angedeutet und versucht diesen Akzent woanders "unterzubringen", ich denke so etwas ist für das Publikum amüsant und lehrreich zugleich: es kommt das rhythmische Minimalgerüst zum Vorschein, das benötigt wird um den Groove gerade noch am Leben zu erhalten - aber jetzt bin ich an den Grenzen des durch eine Kritik Beschreibbaren angekommen.

    Corea und McFerrin ergänzen sich hervorragend: Coreas brillante Phrasen und Läufe, die mich etwas an Strawinsky und Bartók (deren Bewunderer er ist) erinnern und McFerrins pointierte stimmlichen Kontraste: man glaubt eine Alt-Stimme zu hören und im nächsten Augenblick sind "Chet Baker like" Trompetenlinien zu hören, dann wieder ein etwas in die Jahre gekommener Sänger aus einem Nachtclub in Vegas.

    Ebenfalls zu Erwähnen ist, dass es McFerrin mehrmals gelang das Publikums zu beteiligen - ich weiss, man ist ja in Deutschland durch Gotthilf Fischer da etwas negativ "vorbelastet" - aber in diesem Fall (einmal als Chor, dann als Solostimmen) wurde das Publikum kurz zu einem selbstverständlichen Bestandteil seiner Songs. Das ein junges Mädchen zum "virtuellen Umblättern" benötigt wurde, sollte wohl die "unkonventionelle Gesprächsatmosphäre" betonen.
    Am Ende, nach über 2 1/2 Stunden, mit "Stella by Starlight" als Zugabe hätte man gerne noch weiter diesen hochmusikalischen, kreativen "Gesprächen" zugehört und man ist zu dem Enschluss gekommen, dass einem noch einige CDs von Corea fehlen, die man noch unbedingt hören muss.


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